taking nothing seriously

label: heckengäu 02 (12" lp) / ant-zen act136 (cd) [05/2004]
gestaltung: salt (ant-zen. audio & visual arts)
fotografien: frank bayh
zusaetzliche fotografien: salt (ant-zen. audio & visual arts)
text: klangstabil, alasdair macaulay und ulrich raschke
mastering: simon jarosch (simon v.)
musikalische unterstuetzung auf "a difference that's for all to see" von schmerzverstaerker

lp auflage: 300 limitiert und nummeriert
cd auflage: 1200 stueck

presse .pdf dokument (englisch)
presse .jpg bild (62kb)

stuecke:
you may start
between
gloomy day [album version]
a difference that's for all to see
away
push yourself (*)
reason to live (*)
kill all lifeforms

(*) nur auf cd erhaeltlich


reason to live musicvideo


auf dem neuem klangstabil album "taking nothing seriously" sind 8 tracks auf der cd bzw. 6 tracks auf der lp zu hoeren. es entstand zwischen den jahren 2000 und 2004.

es ist wie die meisten klangstabil alben ein konzept album. der titel "taking nothing seriously" kann zweideutig verstanden werden. fuer klangstabil bedeutet der titel, das NICHTS ist ernst zu nehmen. wer sich mit dem NICHTS beschaeftigt, wird bald zu dem punkt kommen, dass das NICHTS ueberall und immer da ist.

es gibt zwar nur ein NICHTS, es kann aber sehr unterschiedlich betrachtet werden. es gibt menschen die gegen das NICHTS kaempfen und andere die fuer das NICHTS leben. der satz: "du bist nichts, wenn du nichts hast", macht fuer einen besitzstrebenden menschen und einem buddhisten gleichermassen sinn.

das NICHTS ist allgegenwaertig, z.b.: eine idee ist nicht da, wenn sie nicht gedacht wurde. oder eine beziehung zu einem anderen menschen ist, wenn sie nicht hergestellt wurde, eben nicht da.

das NICHTS ist fuer viele menschen unbegreiflich.

die seinsmoeglichkeiten des menschen sind nicht von vornherein festgelegt. der mensch "ist" nicht etwas in dem sinne, in dem dinge etwas sind. er ist vielmehr zunaechst "NICHTS" und er muss sich erst in bestaendiger schoepfung aus dem NICHTS, zu dem machen, was er ist. der mensch ist frei. das NICHTS aus dem der mensch sich erhebt, umlauert ihn ohne unterlass. seine freiheit schwebt jeden augenblick in der gefahr, in die verhaertung, in das bloss seiende zurueckzufallen. der mensch kann sich nur im eigenen aufschwung, am eigenen schopfe, aus dem nichts ziehen und dessen fortwaehrender drohung erwehren. er ist allein verantwortlich, niemand sonst, insbesondere kein gott.

der mensch ist nicht nur sich und fuer sich verantwortlich, sondern immerzugleich dem andern und fuer den anderen.

klangstabil faellt es schwer das NICHTS neutral zu behandeln und setzt es in erster line mit wertleere gleich. aber umgekehrt wird mit dem wort "nichts/NICHTS" auch gespielt und es bekommt dadurch immer wieder eine mehrdeutigkeit:

we are nothing, if we let nothing exist.

auffaellig bei "taking nothing seriously" ist das element text. die texte stehen unter der order "direkt talkin´ lyrics" und das bedeutet, dass texte eher wie ein dialog, direkt aufgenommen werden. es wird nicht so sehr auf taktgenauigkeit oder nachtraegliche stimmbearbeitung wert gelegt, sondern darauf, dass emotionen und aussage unverfaelscht an den empfaenger gelangen. der text soll seine eigne dynamische wirklichkeit ausleben, daher kann es zur sprengung der bisherigen aesthetischen formen kommen, teilweise selbst zu ihrer umkehr und der aufhebung ihrer sprachlogik. satzformen werden vereinfacht und telegrammartig verkuerzt, mit dem ziel, die existenz der emotion herauszustellen. damit sind stilmittel wie wortballungen, wortbilder, pathos - bis zum schrei gesteigert, bei rhythmischer und metrischer freiheit der texte, zu erklaeren.

zudem gilt auch hier das alte klangstabil prinzip, "es dient der ton zur kommunikation".


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mp3s: 44100 hz . vbr . stereo