böhm gott der elektrik - reviews

buzz/de:bug [01/1997]
begleitautomaten wie der boehmat assoziiert man wenn ueberhaupt mit der selbstunterhalterqualitaet eines jimi tenor. wie viele aber von uns haben eine ums andere mal die rhythmussektion in alten elektronischen orgeln wegen ihrer anlogen kraft und waerme geschaetzt. diese platte setzt bewusst auf die tragik und kraft, die innere zerreissprobe, die man mit derartigen akkorden erreichen kann. eine fantastische platte, deren sechs stuecke unterschiedlichster natur sind. die ueberraschung des monats schlecht hin. die platte kommt auf 300 limitiert und ist schwer zu bekommen. wer dahintersteckt, dass werden wir in der naechsten ausgabe zeigen.
(rrr) = 5 von 5

frontpage/soundlab [01/1997]
klangstabil - boehm gott der elektrik (megahertz) eine einstellung die ich mehr als gut verstehen kann. sie versuchen: `mit hilfe des boehmats aufzuzeigen, daß auch nach so langer zeit ein ungeheures potential in diesen geraeten liegt'. und das gelingt den stuttgartern so gut, daß der gedanke sie wollten hier nur ein bestimmtes gimmick haben vollkommen absurd wird. jeder der 6 tracks dieser ep mit bescheuerten titeln (obermanual, begleitautomat, din boehm, boehmatron, tanzmaus, musikfreund) spiegelt irgendwie eine vision von tanzmusik, die so archaisch ist, wie der klang neu. die drumsounds wirken leicht zischelnd, die apreggios und effekte subtil, alles sehr beschwingt, und wenn sie die stuecke noch mit start/stop-technik bearbeiten, dann fuehlt man sich wie in einem sciencefiction film der 60er, die ja bekanntlich ihren charme und ihre visionaere kraft auch nie verlieren. musik die man niemals mit easy listening verwechseln darf, weil sie sich selber allein schon durch die intensitaet der sounds und ihrer bearbeitung gegen jede ander klassifizierung als die der platte (s.o.) selber straeubt, dem vorbeugt mit einer ueberragenden leichtigkeit zwischen wissenschaft und delirium, und zu guter letzt ein klassiker ist. unbedingt suchen, kaufen, in schonschuber stellen, und bei jeder gelegenheit auflegen.
bleed = 6 von 6

ouk magazine [06/1997]
der titel dieser auf 300 einheiten limitierten 12-inch bezieht sich auf eine alte umgebaute boehmorgel, auf der die 6 stuecke der platte produziert wurden. sie stehen alle in einem inneren zusammenhang und sind doch grundverschieden. gemeinsam haben sie eine extreme coolness und laessigkeit. vielleicht kann man das ganze als elektron im weitesten sinne bezeichnen, aber es ist anders. anders auch als der erste auswurf des reutlinger duos. sollten wir in einer zeit, in der es keine innovationen mehr zu genen schein, etwa etwas tatsaechlich neues entdeckt haben? klar fuer mich ist nur, dass hier die platte des jahres vorliegt, was sicherlich nichts mit lokalpatriotismus zu tun hat.
(motik)